Im February 2007

war es an mir, den Tierschutzverein in Vlotho, Deutschland zu besuchen, wo viele der Hunde, die wir retten, geschickt werden.
Natürlich wollte ich auch einige der Hunde in ihren neuen Zuhause besuchen.


Den ersten Tag in Deutschland verbrachte ich im Tierheim um zu sehen wie so der Tagesablauf ist. Auch wenn das Wetter nicht das Beste war, ging ich mit einigen Hunden hinaus spazieren. Ich musste dann auf einer Tafel neben dem Namen des Hundes am entsprechenden Tag ein Kreuz machen. Dies ist um zu vermeiden, dass der gleiche Hund zweimal pro Tag ausgeführt wird. Jeder Hund braucht seinen Anteil an Auslauf und individueller Aufmerksamkeit!

Nicht alle Hunde werden jeden Tag spazierengeführt, einige werden aus ihren Gehegen in große eingezäunte Ausläufe gelassen, damit sie spielen und sich austoben können. Neben dem hauptberuflichen Personal dort sind auch viele Freiwillige, die mehrere Male pro Woche kommen, um mit Hunden hinaus Spazieren zu gehen.

Nach den Spaziergängen verbrachte ich etwas Zeit im Katzenhaus. Nett und warm! Es ist ein bisschen traurig, so viele Katzen da sitzen zu sehen und darauf zu Warten, dass jemand kommt und sie auswählt .Ich war erstaunt, wie sauber alles war, und, wie toll die Katzen miteinander auskamen.


Am Abend war ich bei Tanja, der Tierärztin, die das Tierheim leitet eingeladen und wir besuchten den ersten ehemaligen Schützling. Eine kleine Tibetanische Spanielmischlingsdame, genannt Ting-Ling, die nicht weit weg lebt. Die Geschichte von Ting-Ling ist, dass sie über dem Zaun in den Garten einer Frau geworfen wurde, die im Rollstuhl sitzt. Sie war da ein sehr junger Welpe und blieb für einige Wochen bei der Frau. Weil sie unfähig war, einen Hund zu haben, bat sie die Friends of Animals um Hilfe, ein Zuhause für Ting-Ling zu finden. Wir schickten das kleine Mädchen nach Vlotho und sie fand dort ihr neues Zuhause. Jetzt geht sie mit ihren Besitzern zusammen zur Arbeit, wo sie viele Hundefreunde zum spielen hat. Tanja und ich waren sehr froh, zu sehen, wie sehr Ting-Ling von ihren Besitzern geliebt wird, sie schien aber nicht so froh zu sein, uns zu sehen! Das kleine Mädchen bellte und bellte während des ganzen Besuches. Ich bin sicher, dass sie sehr müd war, als wir gingen.....

Am nächsten Tag machten wir eine längere Fahrt, nach Hannover. Der Grund dafür war, einen Hund namens Frixos zu besuchen der jetzt Picassoheisst, was auch gut zu ihm passt. Dies war ein Besuch, auf den ich mich gefreut hatte, weil Frixos den letzten Winter bei mir in Obhut verbrachte. Er wurde von einer tierfreundlichen griechischen Frau in den Bergen gefunden, wo er ganz allein und sehr verängstigt war. Davon kann man jetzt nichts mehr sehen. Stattdessen ein selbstsicherer Hund, der sein Leben in Deutschland genießt. Als sich die Tür öffnet und Frixos auf uns zuläuft , um uns zu begrüßen, war es schwierig für mich, meine Augen trocken zu halten. Dieser charmante Griffon-Mix hat auch eine charmante Besitzerin, die schon mit dem Frühstück auf uns wartete (2. Frühstück an diesem Tag!). Frixos / Picasso stand natürlich während unseres Besuches im Mittelpunkt und er merkte das auch sofort, genoss es und zeigte sich nur von der besten Seite.

 

Als wir von Hannover zurückkamen, gingen wir mit Tanja's 3 eigenen Hunden spazieren. Einer von ihnen ist auch ein Hund, der Erinnerungen in mir weckt. Julia, eine Hündin, die ich zuerst in Elounda in einem schrecklichen Zustand sah. Sie war an einem kurzen Seil zum Sterben festgebunden worden und litt an Leishmaniosis. Sie bestand nur aus Haut und Knochen und hatte kaum noch Fell. Von diesem dort miserabel aussehenden Hund war nichts mehr zu sehen. Sie jetzt in Höchstgeschwindigkeit in Tanjas Garten laufen zu sehen, oder wenn sie in ihrem warmen Korb kuschelt, macht es doppelt Wert, sie gerettet zu haben.

 

Unser nächster Besuch galt einem erst vor kurzem vermittelten Hund, Penn, jetzt Bennie. Er ist erst seit 5 Wochen bei seiner Familie. Sie hatten immer Hunde gehabt und gingen für einen Besuch nach Vlotho, um nur "mal reinzuschauen". Aber als sie Penn sahen, wussten sie, dass er der Hund für sie war. Die erste Woche war ein bisschen schwierig gewesen, weil Penn noch nichts kannte, aber Stubenrein war er vom ersten Tag an! Penn wurde, von Narben übersäht und völlig abgemagert in Elounda gefunden. Jetzt ist sein Fell glänzend, er ist gut genährt und entspannte sich bequem auf seinem Bett während wir Kaffee tranken.Was es doch ausmacht, jeden Tag gutes Futter, Liebe und Pflege zu erhalten.

Bennie und Liza

Bennie mit Frauchen

 

Ende November 2006 fand eine Freundin von mir, als sie ihren Hund spazierenführte, eine Papiertüte. Nichts außergewöhnliches auf Kreta, nur, dass sich diese Tüte bewegte! In der Tüte waren zwei kleine junge Hunde, einer schon tot, und der andere beinahe ausgetrocknet. Wahrscheinlich waren sie 2-3 Tage dort gewesen. Die ersten Tage waren ein bisschen kritisch, aber das kleine Mädchen überlebte und reiste nach Deutschland. Sie fand schnell ein Zuhause, sie war es dann auch, die als nächste auf unserer Besuchsliste stand. Als Chloe, jetzt Nellie uns an der Türe empfieng, konnte ich sie kaum erkennen.Sie ist natürlich, wie alle jungen Hunde gewachsen, seit sie Kreta vor zwei Monaten verließ. Jetzt war sie einfach wie jeder andere junge Hund. Spielen, Schmusen, Knabbern und so weiter. Hoffen wir, dass sie sich nicht an jene Tage im der Papiertüte erinnert.

 


Nicht weit weg von Chloe, eigentlich im gleichen Dorf, lebt noch einer unserer geretteter Hunde. Ein kleiner Rüde genannt Ollie. Ollie gehörte zu einem Wurf von 4 und lebte bei einer griechischen Familie auf einem Dach. Die Hundemutter hatte jedes Jahr Junge und was mit ihnen passierte, darüber möchte ich schon gar nicht nachdenken. Nach Diskussionen mit der Familie wurde das folgende vereinbart, wir nehmen 3 von den Welpen+ ihre Mutter und lassen einen jungen Rüden bei der Familie. Deshalb reisten 2 männliche junge Hunde und ein Mädchen mit ihrer Mutter nach Deutschland. Weil Ollie ein junger wolliger Welpe war als er ging, war es nicht möglich, ihn jetzt zu erkennen, aber er war genau so geworden, wie ein Hund in guten Verhältnissen aussieht. Ein gepflegter, gut aussehender, wohlproportionierter Hund.

 

 

Von wegen Proportionen, auf unserem Rückweg stoppten wir, um Pelle, einen Rüden der letzten Winter nach Vlotho kam, zu sehen. Tanja sagte, dass ich ihn sehen müsste. Pelle wurde zusammen mit seinem Bruder spätabends in einer Kiste auf meiner Veranda ausgesetzt. Sie waren sehr jung und waren wahrscheinlich gerade von ihrer Mutter weggenommen worden. In Pelle's Fall paßt das Wort Proportionen nicht. Sein Kopf und sein Körper sind Teil eines großen Hundes, während seine Beine sehr kurz sind. Es kommt nicht auf das Aussehen an, sondern auf die Persönlichkeit.Pelle ist ein sehr charmanter Hund, der bei anderen Hundebesitzern im Gebiet sehr beliebt ist und den jeder kennt.

Ein neues Tierschutzjahr hat begonnen und schon wieder warten viele Hunde, nach Deutschland oder in die Schweiz zu reisen. Ich hoffe, dass sie alle liebevolle Zuhause finden werden, wie alle, die ich auf meiner Reise nach Vlotho besuchte!

Liza

 

 

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